Hintergrund

Als die Engländer die Schotten endgültig unterworfen hatten, verboten sie die gälische Sprache, den Kilt und das schottische Breitschwert, Claymore genannt. Auch der Dudelsack wurde verboten, dieser galt bei den Engländern als Kriegswaffe.

Heute sieht man das entspannter und so hat jedes Provinznest in Schottland seine Pipe Band, die zu allen feierlichen Anlässen pfeift – natürlich im Kilt.

Die Lochaber Kinder Pipe-Band etwa stellt sich abends auf den Marktplatz von Fort William und pfeift ein paar lustige Liedchen, während eine der Mütter nicht mit dem Hut, sondern mit einem Eimer herumgeht und um großzügige Spenden bittet. Man weiß ja, was man gerade für sein Geld bekommen hat.

Als Mitbegründer und Piper in der Band „Hannover City and District Pipes & Drums“ hatte ich schon so einige Ideen im Kopf. Aber als Piper & Tenordrumer der Band „Claymore Pipes & Drums“ aus Augsburg – München, kam ich zu der Erkenntnis, dass es Dudelsäcke genau wie Gitarren in elektrischer Form gibt – vielleicht auch schon in pneumatischer Ausführung, denn da übernimmt offenbar eine Pumpe das Aufpusten. Schon damals spielte ich mit dem Gedanken mir einen Dudelsack-Dummy zu bauen, der über einen Transmitter spielbar ist.

Henry bei den „Claymore Pipes and Drums“ in Hamburg ca 1992 auf der Sternschanze
https://www.c-p-d.de

Ich benutze heute eine DEGERPIPE, ein deutsches Model, dass dem Klang eines schottischen Dudelsacks in nichts nachsteht.

https://www.deger.com

Anfang der 2000er Jahre baute ich in Augsburg für Eric Fish (https://ericfish.de), Frontman der Band Subway to Sally, auf seinen Wunsch hin einen Dudelsack, der identisch ist mit meinem, also Funk betrieben mit einem Sennheiser Transmitter.

Das gleiche Instrument verwendet Jones von Runrig, um seine Music Halls mit dem Klang zu begeistern und um bei seiner Bühnenshow beweglicher zu sein.

Die einzige Frage die sich mir stellte – wenn ich solche Instrumente baue – warum sollte ich sie nicht auch spielen ?!?